🧠Hintergrund & Kontext Die Renditereihenfolge im Ruhestand bezeichnet die Abfolge, in der positive und negative Marktrenditen auf ein Portfolio einwirken, während parallel regelmäßige Entnahmen für den Lebensunterhalt stattfinden. Wirtschaftlich entsteht daraus ein besonderes Risiko, weil frühe Verluste in der Entnahmephase dauerhaft Kapital zerstören, das später nicht mehr für die Erholung zur Verfügung steht. Selbst wenn die durchschnittliche Rendite über den gesamten Ruhestand positiv ist, kann eine ungünstige Reihenfolge der Erträge das Portfolio vorzeitig aufzehren. Für Privatanleger bedeutet das, dass die reine Durchschnittsrendite als Planungsgröße irreführend ist und die tatsächliche Abfolge der Marktbewegungen über den Erfolg entscheidet. Deshalb gewinnen Strategien wie eine niedrigere anfängliche Entnahmerate, ein Liquiditätspuffer für schlechte Jahre oder eine dynamische Anpassung der Auszahlungen an Bedeutung. Wer diese Zusammenhänge ignoriert, riskiert trotz solider Sparleistung eine unerwartet kurze Reichweite des Vermögens im Alter. 🔍 Funktionsweise im Detail Die Renditereihenfolge im Ruhestand beschreibt, in welcher Abfolge verschiedene Einkommensquellen angezapft werden, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei geht es vor allem darum, zuerst Geld aus Quellen zu nehmen, die ohnehin versteuert oder abgebaut werden müssen, und steuerfreie oder noch wachsende Töpfe möglichst lange unangetastet zu lassen. Typische Reihenfolgen beginnen mit der gesetzlichen Rente und anderen laufenden Zahlungen, danach folgen steuerpflichtige Konten oder Depots und erst zuletzt steuerfreie Anlagen wie bestimmte Versicherungen oder Freibeträge. Der Sinn dahinter ist, Steuern zu sparen, die Lebensdauer des Vermögens zu verlängern und weniger Risiko durch Verkäufe in schlechten Marktphasen zu haben. Wer die Reihenfolge falsch wählt, kann unnötig Steuern zahlen oder sein Geld schneller auf …
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