đ§ Hintergrund & Kontext Momentum Investing basiert auf der empirisch belegten Anomalie, dass Wertpapiere mit starker relativer Kursperformance ĂŒber einen Zeitraum von 3 bis 12 Monaten diese Tendenz kurzfristig fortsetzen. Die Strategie kauft also Gewinner und verkauft Verlierer, wobei sie bewusst auf fundamentale Bewertungen verzichtet und stattdessen auf die TrĂ€gheit von Marktteilnehmern sowie verzögerte Informationsverarbeitung setzt. Ăkonomisch profitiert Momentum von Verhaltensmustern wie Herdentrieb und BestĂ€tigungsfehler, die zu Unterreaktionen auf neue Informationen fĂŒhren. Institutionelle Anleger verstĂ€rken den Effekt durch systematisches Nachkaufen bei steigenden Kursen, was eine sich selbst erfĂŒllende Prophezeiung erzeugt. FĂŒr Privatanleger ist die Strategie attraktiv, da sie regelbasiert und ohne tiefe Bilanzanalyse umsetzbar ist â etwa ĂŒber ETFs auf Momentum-Indizes. Die Bedeutung liegt in der Diversifikation: Momentum korreliert gering mit Value- oder Dividendenstrategien und verbessert so das Risiko-Rendite-Profil eines Gesamtportfolios. Allerdings erfordert sie strikte Disziplin, da die Strategie in SeitwĂ€rtsmĂ€rkten und bei abrupten Trendwenden (Momentum-Crashes) hohe Verluste produziert. Privatanleger sollten daher nur einen Teil des Vermögens allokieren und die Haltedauer klar definieren. đ Funktionsweise im Detail Momentum-Investing setzt darauf, dass Aktien, die in der Vergangenheit stark gestiegen sind, diese Bewegung kurzfristig fortsetzen. Man kauft also keine gĂŒnstigen oder unterbewerteten Aktien, sondern genau die, die bereits im Aufwind sind und von Anlegern stark nachgefragt werden. Die Idee dahinter ist, dass sich Trends nicht sofort umkehren, sondern oft noch eine Weile anhalten, weil sich positive Nachrichten und Kauflaune gegenseitig verstĂ€rken. Konkret funktioniert das so: Man schaut auf die Kursentwicklung der letzten drei bis zwölf Monate und wĂ€hlt die Aktien mit der besten Performance aus. Diese werden dann regelmĂ€Ăig ĂŒberprĂŒft â meist monatlich oder vierteljĂ€hrlich. Sobald eine Aktie an Schwung verliert oder der Trend kippt, wird sie verkauft und durch eine stĂ€rkere ersetzt. Das System ist also nicht âŠ
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