Warum Kurse nicht âeinfach steigen oder fallenâ, sondern durch Angebot, Nachfrage und das Orderbuch bestimmt werden
Viele Einsteiger glauben, der Aktienkurs werde âvon der Börse festgelegtâ oder âvon Banken bestimmtâ. In Wahrheit entsteht der Kurs durch KĂ€ufer und VerkĂ€ufer, die ihre Orders ins Orderbuch stellen.
Dieser Deep Dive erklĂ€rt das so einfach wie möglich â aber ohne die RealitĂ€t zu verzerren.
1. đ§± Der Aktienkurs entsteht durch Angebot & Nachfrage
Der Kurs ist der Preis, zu dem zuletzt ein Handel stattgefunden hat.
- Wenn jemand kauft, steigt der Kurs.
- Wenn jemand verkauft, fÀllt der Kurs.
Aber: Nicht jede Order bewegt den Kurs â nur die, die ausgefĂŒhrt wird.
đ Der Kurs ist der Preis der letzten Transaktion.
2. đ Das Orderbuch â das Herz der Preisbildung
Jede Börse fĂŒhrt ein Orderbuch. Darin stehen:
- alle Kauforders (Bids)
- alle Verkaufsorders (Asks)
Sortiert nach Preis.
Kaufseite (Bid):
âIch will kaufen, aber maximal zu diesem Preis.â
Verkaufsseite (Ask):
âIch will verkaufen, aber mindestens zu diesem Preis.â
đ Der Kurs entsteht dort, wo sich KĂ€ufer und VerkĂ€ufer treffen.
3. đ Bid & Ask â zwei Preise, nicht einer
Viele DAUs glauben, eine Aktie habe einen Preis. In Wahrheit gibt es immer zwei:
- Bid = höchster Kaufpreis
- Ask = niedrigster Verkaufspreis
Der Unterschied heiĂt Spread.
Beispiel:
Bid: 99,90 ⏠Ask: 100,10 ⏠Spread: 0,20 âŹ
đ Der Spread ist eine Kostenkomponente, die viele unterschĂ€tzen.
4. âïž Wie eine Order den Kurs bewegt
Eine Order bewegt den Kurs nur, wenn sie ausgefĂŒhrt wird.
Beispiel:
Ask = 100,10 ⏠Du gibst eine MarketâOrder zum Kaufen ein.
Was passiert?
- Deine Order trifft den Ask
- Die Transaktion findet bei 100,10 ⏠statt
- Der neue Kurs ist 100,10 âŹ
đ MarketâOrders ânehmenâ LiquiditĂ€t und bewegen den Kurs.
5. đ§ LimitâOrders bewegen den Kurs nicht
Wenn du eine LimitâOrder setzt, passiert nichts, solange niemand bereit ist, zu deinem Preis zu handeln.
Beispiel:
- Du willst fĂŒr 98 ⏠kaufen
- Der Kurs steht bei 100 âŹ
- Deine Order liegt im Orderbuch
- Der Kurs bewegt sich nicht
đ LimitâOrders warten â MarketâOrders handeln.
6. đ LiquiditĂ€t bestimmt, wie stark Kurse schwanken
LiquiditĂ€t = wie viele Kaufâ und Verkaufsorders im Orderbuch stehen.
Hohe LiquiditÀt
- enge Spreads
- stabile Kurse
- groĂe Orders bewegen wenig
Niedrige LiquiditÀt
- breite Spreads
- starke Schwankungen
- kleine Orders bewegen viel
đ Deshalb sind Nebenwerte volatiler als Blue Chips.
7. đ° Warum Nachrichten Kurse bewegen
Nicht die Nachricht selbst bewegt den Kurs â sondern die Reaktion der Orders im Orderbuch.
Beispiel:
- Gute Zahlen â viele Kauforders â Bid steigt â Kurs steigt
- Schlechte Zahlen â viele Verkaufsorders â Ask fĂ€llt â Kurs fĂ€llt
đ Nachrichten verĂ€ndern Angebot und Nachfrage â nicht den Kurs direkt.
8. đ§ Warum Kurse auch ohne News schwanken
Weil:
- Orders einâ und ausgehen
- LiquiditÀt sich Àndert
- Marktteilnehmer Erwartungen anpassen
- Algorithmen handeln
- KapitalflĂŒsse stattfinden
đ Der Markt ist ein lebendiges System â kein statisches Preisschild.
9. đ§ Was Einsteiger daraus lernen sollten
1. Der Kurs ist kein âWertâ, sondern ein Preis.
Er zeigt, was KÀufer und VerkÀufer gerade bereit sind zu zahlen.
2. MarketâOrders sind gefĂ€hrlich bei illiquiden Aktien.
Sie können den Kurs stark bewegen.
3. Spreads sind echte Kosten.
Besonders bei Nebenwerten.
4. Nachrichten wirken ĂŒber Erwartungen, nicht ĂŒber Fakten.
Das Orderbuch reagiert â nicht die Börse.
5. LiquiditÀt ist entscheidend.
Je mehr Orders im Buch, desto stabiler der Kurs.
đ Fazit
Ein Aktienkurs entsteht nicht durch Banken oder Börsen, sondern durch KÀufer und VerkÀufer, die im Orderbuch aufeinandertreffen. Bid, Ask, Spread, LiquiditÀt und Ordertypen bestimmen, wie stark Kurse schwanken und wie fair ein Preis ist.
Wer versteht, wie Kurse wirklich entstehen, vermeidet AnfÀngerfehler und trifft bessere Entscheidungen.
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