📘 Kurz erklärt
Anleihen zahlen einen festen Zinskupon, der über die Laufzeit gleich bleibt. Steigen die Marktzinsen, werden neu emittierte Anleihen mit höheren Kupons attraktiver. Bestehende Anleihen mit niedrigeren Kupons verlieren daher an Wert, da Anleger sie nur noch mit einem Preisabschlag kaufen würden. Dieser Preisverfall gleicht die Renditedifferenz aus, sodass die Gesamtrendite bis zur Fälligkeit wieder dem aktuellen Marktniveau entspricht. Je länger die Restlaufzeit einer Anleihe ist, desto stärker fällt ihr Kurs bei Zinssteigerungen.
🔍 Warum das wichtig ist
Die Relevanz ergibt sich aus der direkten Wertminderung bestehender Anleihenbestände im Privatdepot bei Zinserhöhungen, was oft zu unerwarteten Verlusten führt. Viele Privatanleger verwechseln die Kursentwicklung von Anleihen mit der eines Festgelds und unterschätzen das Zinsänderungsrisiko. Zudem beeinflusst der inverse Zusammenhang zwischen Kurs und Rendite die Entscheidung über den richtigen Kauf- oder Verkaufszeitpunkt erheblich. Ohne dieses Verständnis drohen Fehlentscheidungen bei der Umschichtung von Portfolios oder der Wahl der Laufzeit. Die Kenntnis der Mechanik ist daher essenziell für eine realistische Renditeerwartung und das Management des eigenen Anlagerisikos.
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